Pressemitteilung
01.Mai 2011

Auf Berlin hören- Biogasanlage in Mandelbachtal stoppen
Der Öffentlichkeit wird diese Biogastechnik als ökologisch äußerst sinnvoll verkauft

Mandelbachtal.
  "Ich erwarte von den Verantwortlichen der JAMAIKA-Landesregierung in Saarbrücken, dass sie die Bedenken aus Berlin ernst nehmen und den Bau der Biogasanlage in Mandelbachtal stoppen", sagt Gerhard Hartmann,  FWG - Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Mandelbachtal.

Die jetzige Bundesregierung von CDU und FDP wollen in Deutschland den wachsenden Maisanbau für Biogas bremsen.
Die Uhren scheinen diesbezüglich mal wieder im Saarland anderes zu gehen. So wird nach außen der öffentlich der Eindruck durch die Stadtwerke Bliestal erweckt, dem Bau der geplanten Biogasanlage in Mandelbachtal steht nichts mehr im Weg.

So wurden im Vorfeld durch die Stadtwerke Bliestal und dem Umweltministerium in Saarbrücken, im letzten Monat schriftliche Rahmenverbarungen  zum Rohstoffanbau für die geplante Biogasanlage auf der Gemarkung Mandelbachtal auf den Weg gebracht, ohne eine verbindliche Zustimmung der zuständigen kommunalpolitischen Gremien in Mandelbachtal in der Tasche zu haben, zum Bau solch einer Anlage.

Probiert man wieder im Saarland das Pferd von hinten aufzuzäumen und Energiepolitik von „Oben“ nach „Unten“ zu verordnen? Bürgerinteressen auszublenden?
Bei der Informationsveranstaltung zur Biogas-Anlage, der öffentlichen  Gemeinderatssitzung, am 12. Mai 2010, hat die FWG- Fraktion der Geschäftsführung der Bliestalwerke kritische Fragen gestellt,  wobei viele Fragen offen geblieben sind.  

Ebenso wurden begründete Bedenken zur geplanten Biogas-Anlage dem Stadtwerke-Geschäftsführer mit in das  Marschgepäck nach Blieskastel mitgegeben.

Das  erhebliche  Bedenken in der Öffentlichkeit bestehen und diese Bedenken  nicht aus der Luft gegriffen sind, haben die öffentlichen FWG  Veranstaltungen gezeigt. 
 Viele Bürgerinnen und  Bürger,  die die  Veranstaltungen besucht haben, sind  mit dieser Biogas-Anlage, an dem geplanten Standort im Gewerbegebiet der B 423, nicht einverstanden.
Geruchsbelästigung, Gefahren für das Grundwasser, mögliche Immobilenverluste und Beeinträchtigung für den Tourismus wurden häufig  genannt. . Auch befürchte man das solch eine Anlage in die Luft fliegen könnte. 

Auch wenn Schwarz - Gelb im Bund die Problematik spät erkannt hat, ist es noch nicht zu spät, wenigstens in Mandelbachtal eine solche Fehlentwicklung zu verhindern, so Hartmann.
 
Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner (CSU), hat sich kürzlich gegenüber der Financial Times Deutschland  geäußert und von "einem Zielkonflikt gesprochen, wenn man nachwachsende Rohstoffe brauche, um aus anderen Energieformen auszusteigen. ".   Die nachwachsenden Rohstoffe haben massiv zu  gestiegenen Pacht- und Rohstoffpreise geführt.  Durch den Anbau von Energiemais  und die eigentlichen Umweltprobleme, u. a. durch das Entstehen von Monokulturen.   

Ebenso scheint man in Berlin erkannt zu haben,das man wohl in Zukunft Lebens- und Futtermittel kostenintensiv importiert werden müssen, wenn die Entwicklung sich so fortsetzt,  Ackerflächen für die Produktion von Energiepflanzen einzusetzen.

"Dennoch zieht Ministerin Aigner die richtigen Schlüsse und will das Vergütungssystem rasch ändern, insbesondere den Bonus für nachwachsende Rohstoffe reduzieren", so Hartmann weiter, "Wer jetzt noch für die Biogasanlage in Mandelbachtal stimmt, will einfach der Stadtwerke Blieskastel ermöglichen, noch im letzten Moment Subventionen abzugreifen."

Der Verbraucher zahlt in der Realität doppelt für den ungebremsten Biogasboom: über die Umlage beim Gas- und Strompreis und zudem durch steigende Lebensmittelpreise. Ebenso muss sich der Bürger über eine weitere Verkehrsbelastung, welches zwangsläufig durch Anlieferungsverkehr von nachwachsenden Rohstoffen ergibt, einstellen.

Beleuchtet man eine Biogasanlage gerade im ländlichen Raum, wie sie in der Gemarkung Mandelbachtal entstehen soll, etwas näher, so kommt man recht schnell zu der Einsicht, dass man auf eine solche Anlage gut verzichten kann beziehungsweise muss.

Denn wer sich intensiv mit dieser Thematik wissenschaftlich befasst, nachrechnet und objektiv bewertet, gelangt recht schnell zu der Einsicht, das eine solche Anlage nur gewinnbringend aufgrund der Subventionen ist.  Ökologisch besteht die Gefahr, dass das  Biosphärenreservat Bliesgau,  sich  dann immer mehr sich zu einer Mais-Wüste entwickelt, so Hartmann.

Gedanken zur regenerativen Energiegewinnung sind richtig und wichtig.  Windkraft sowie Photovoltaikanlagen,  wobei  Mandelbachtal diesbezüglich  auf dem richtigen Weg ist, sollte zukünftig weiter ausgebaut werden.

Ich hoffe darauf, das von allen Fraktionen im Gemeinderat eine Entscheidung, die eine ökologische Zukunft  im Auge hat und nicht den Geldbeutel der Bliestalwerke.
Deswegen fordert ich alle Ratsmitglieder auf, sich nicht zu Handlangern der Stadtwerke Bliestal  zu machen und klar gegen die Biogasanlage in Mandelbachtal zu stimmen, so Hartmann.