Gebührenerhöhung !...?
In der Gemeinderatssitzung vom 12.03.2008 stand u.a.
die vom EVS beabsichtigte Gebührenerhöhung für die Müllentsorgung zur
Abstimmung.
Geplant
ist, diese Gebühren um 15% zu erhöhen, damit der EVS seine hohen Verluste
abbauen kann.
Der
Beschluß der CDU-Fraktion sah vor, der Gebührenerhöhung zuzustimmen. Der
Vorsitzende Herr Manfred Pfeiffer begründete diese Empfehlung mit dem Hinweis,
daß der Entsorgungsverband kostendeckend arbeiten muß. Die Gebührenerhöhung
sollte - so der Antrag - auf zwei Jahre verteilt werden.
Seine
eigene Mehrbelastung bezifferte Herr Pfeiffer auf ca. 30 - 35 Euro jährlich,
was er als vertretbar wertete. Der Vorschlag der Gebührenerhöhung zuzustimmen,
fand bei allen anderen Fraktionen im Gemeinderat keine Unterstützung. So wurde
z.B. kritisiert, daß kein Wirtschaftsplan des EVS vorliegt, aus dem sich die
Kalkulation für die Gebührenerhöhung nachvollziehen läßt bzw. zu welchen
Ergebnissen die Mehreinnahmen beim EVS führen.
Zudem
wurde die Frage aufgeworfen, ob der EVS die eigenen Möglichkeiten (interne
Maßnahmen) zur Senkung der Verluste ausschöpft (z.B. warum werden zwei
Geschäftsführer beschäftigt?). Herr Kochaneck brachte es mit einem Satz auf den
Punkt:
„...im Laden EVS stimmt was nicht. Mit
dem Müll wird ein Schweinegeld verdient, beim EVS gibt´s keine Besserung und
beim Bürger wird kassiert...“
Es
erfolgte der Beschluß, den Bürgermeister zu beauftragen, vor Erteilung der
Zustimmung zur Gebührenerhöhung, die fehlenden Informationen zu beschaffen.
In
zahlreichen Presseberichten bzw. Stellungnahmen verschiedener Parteien
saarländischer Kommunen während der vergangenen Monate wird die Vorgehensweise
des EVS strikt abgelehnt. So äußert sich z.B. der Gersheimer CDU -
Fraktionsvorsitzende Herr Alexander Rubeck im Wochenspiegel vom 05.02.2008: „Belastungsgrenze
erreicht! Keine weitere Erhöhung der Gebühren für Müll und Abwasser!“
Er forderte den EVS auf, die Planungen bezüglich
Gebührenerhöhungen zu revidieren.
„die Bürger sind ständigen Mehrbelastungen
einerseits und ständig abnehmenden Leistungen andererseits ausgesetzt“.
Seiner Meinung zufolge stellt das
insbesondere für Familien eine weitere unzumutbare Belastung dar.
Die Grünen im Landtag haben die
Städte- und Gemeinderäte in der Preiserhöhungsdebatte aufgefordert, ihre
Bürgermeister anzuweisen, in der Verbandsversammlung des EVS gegen die
geplanten Gebührenerhöhungen zu stimmen. Der Verband hat jahrelang teure
Überkapazitäten aufgebaut, die der Gebührenzahler jetzt auch noch mit
überhöhten Beiträgen finanzieren soll.
Die Freien Wähler (FWG) des Saarpfalzkreises
prangern im Wochenspiegel vom 09.04.2008 die unprofessionellen Planungen beim
Bau von Müllverbrennungsanlagen an der Saar an, was sich jetzt für den
Verbraucher als Bumerang erweist. Müllvermeidung wird - ebenso wie der sparsame
Umgang mit Wasser - mit Gebührenerhöhung „belohnt“.
Herr Gerhard Hartmann, Vorsitzender der Freie Wähler Mandelbachtal, äußerte im
Wochenspiegel Nr. 15 vom 09.04.2008 seinen Eindruck, daß infolge Mißwirtschaft
und gescheiterter Abfallpolitik beim EVS „...mehr
hart erarbeitetes Bürgergeld gebraucht wird, um den maroden EVS - Haushalt zu
finanzieren“ und fordert: „Dieser Abzocker - Irrsinn, auch noch
unterstützt von den meisten saarländischen Bürgermeistern, muß aufhören“.
Die zunehmenden Belastungen der Bürger der Gemeinde
Mandelbachtal sind offensichtlich weder für den Bürgermeister der Gemeinde
Mandelbachtal noch für den Fraktionsvorsitzenden der CDU Grund zur Besorgnis.
Auch wenn für Herrn Pfeiffer 35 Euro jährlich kein Problem darstellen, für
viele Bürger der Gemeinde sind die jetzigen Belastungen schon jetzt viel zu
hoch. Im Amtlichen Bekanntmachungsblatt Nr. 16 vom 17.04.2008 verweist Herr
Keßler auf die sich gegenwärtig bei der Gemeindeverwaltung häufenden Anträge
der zuständigen Bezirksschornsteinfeger auf zwangsweise Eintreibung
rückständiger Kehrgebühren (bei Erstellung eines Leistungsbescheides durch die
Gemeinde werden zusätzlich 60,- Euro fällig). Diese Rückstände bildeten sich,
weil die Betroffenen in finanzieller Notlage sind. Wie sollen diese Bürger 35
Euro im Jahr mehr aufbringen?
In der gleichen Ausgabe des Amtlichen
Bekanntmachungsblattes (Nr. 16 vom 17.04.2008) bietet eine
Informationsveranstaltung des DRK - Betreuungsvereins Hilfen für Überschuldete
an. Den Ausführungen des Vereins zufolge steigt die Zahl der Personen und
Familien, die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr vollständig nachkommen
können, ständig an. Sie stellten fest:
„...durch finanzielle Probleme gerät häufig das gesamte Familiengefüge
und weitere Privatleben durcheinander. Psychosoziale Folgeprobleme erschweren
die ohnehin schon belastende Situation der Betroffenen...“
Die Medien berichten von über 1 Million insolventer
Privathaushalte in Deutschland. Tendenz steigend.
Warum stimmte die CDU - Fraktion im Gemeinderat (zu
Lasten der Bürger) der geplanten Gebührenerhöhung des EVS zu? Im
Wochenspiegel Nr. 12 v. 19.03.2008 wurde verkündet: „Die CDU Mandelbachtal will
die Familien von Kosten entlasten“ (Einführung Windelsack.)
N. Merker April 2008