Gestern,
18:32 Uhr
ddp
Saarlouis (ddp-rps). Der Landesverband der Freien Wähler
(FW) wird sich nicht an der Landtagswahl 2009 im Saarland beteiligen.
Die Delegierten einer Landeskonferenz sprachen sich am Samstag in Saarlouis
aber mehrheitlich für die Tolerierung eines FW-Bürgerbündnisses aus, das seine
Teilnahme an der Landtagswahl angekündigt hat. Zuvor hatten die 55 Delegierten
einstimmig bei drei Enthaltungen den 54-jährigen Hermann Kreis aus Sulzbach zum
neuen Landesvorsitzenden gewählt.
Der Landesverband sei
weder organisatorisch noch finanziell für einen Landtagswahlkampf gerüstet,
argumentierten die Gegner einer Wahlbeteiligung. Das Hauptaugenmerk der Freien
Wähler müsse auf der Kommunalpolitik liegen, betonte auch der bisherige
Vorsitzende Manfred Montnacher, der nicht mehr kandidiert hatte. Er verwies
darauf, dass Freie Wähler derzeit lediglich in drei der sechs Kreistage
vertreten seien. Dies belege, dass es für sie im Saarland eine völlig andere
Ausgangssituation gebe als in Bayern, wo sie als drittstärkste Kraft in den
Landtag eingezogen waren.
Eine Teilnahme der Freien Wähler an
der Landtagswahl könne die Chancen für ein rot-rotes Bündnis erhöhen,
befürchteten einige Delegierte. Bei einem schlechten Wahlergebnis drohe zudem
für den Landesverband eine Zerreißprobe.
Nach kontroverser Debatte
unterstützte eine deutliche Mehrheit der Delegierten die Tolerierung des
Bürgerbündnisses, das von dem ehemaligen FDP-Politiker Bernd Richter im Großraum Saarbrücken im Frühjahr gegründet
worden war und nun um landesweite Unterstützung wirbt. Richter war im Jahr 2001
für die FDP in Saarbrücken als Oberbürgermeisterkandidat angetreten, vor vier
Jahren wechselte er zu den Freien Wählern. Er geht davon aus, dass das Bündnis
sechs bis acht Prozent der Stimmen gewinnen kann.