Leserbrief zu dem Artikel "Keßler setzt sich
durch" und dem Kommentar dazu von Carlo Schmude,
SZ, 6. Juli
2007, Seite C2
Ja,
eine gute Idee ist in der heutigen politischen Welt immer schlecht, wenn sie
der
falsche
Mann vorträgt, insbesondere wenn dieser Mann aus dem politisch falschen
Lager
kommt.
Wenn
schon Sympathie für die Sache vorhanden war, evtl. sogar bei einer Mehrheit
des
Gemeinderates, diese aber nur aus Parteiproporz nicht zum Tragen kam, dann
sind
die Protagonisten fehl am Platz. Wie heißt es im Eid, den jedes
Gemeinderatsmitglied
schwört?
"Jeder
ist nur seinem Gewissen verantwortlich und an keine Weisung
gebunden!"
Wer hält sich dran?
Die
im Kommentar angesprochene "überzogene Wortwahl" kann doch nicht der
wirkliche
Grund sein, ablehnend zu einer Sachfrage zu stehen. Wenn es der Sache
dient
und um die berechtigten Wünsche und Anliegen der Bevölkerung geht, kann
eine
solche Begründung nicht greifen.
Noch
ein Wort zu den Zuständigkeiten. Natürlich ist die unterste Gliederungsebene
unseres
Staates letztendlich für alle Belange und Eingaben der Bevölkerung zuständig.
Sollte
ein in den Schubladen liegender Geschäftsverteilungsplan, den der Bürger
nun
wirklich nicht kennen kann und auch nicht kennen will, etwas anderes aussagen,
so
muss die angesprochene, unterste Verwaltungsebene dem Bürger zur
Hand
gehen und sein Anliegen eben an die zuständige Stelle weiterleiten und dem
Bürger
weiterhin begleitend beistehen. Eine andere Auffassung von der Arbeit des
Bürgermeisters
und seinem Team ist zynisch und völlig fehl am Platze.
Letztendlich
können mit dieser Haltung die Anliegen der Bürger so lange zwischen den
Gliederungsebenen
der öffentlichen Verwaltung hin und her geschoben werden, bis sie im Sand
verlaufen.
Möglicherweise ist das sogar die dahinter stehende Absicht.
Diese
Gemeinderatssitzung war keine reife Leistung von Seiten der Mehrheitsfraktion
und des Bürgermeisters, sondern ein Armutszeugnis.
Hansi Stolz , Mandelbachtal