SZ-Lokal IGB 04.07.07

Mautpreller sind "kein Thema"

 

Von SZ-Redakteur Carlo Schmude

Mandelbachtals Bürgermeister Herbert Keßler (CDU) und FWG-Fraktionschef Gerhard Hartmann werden sich vermutlich heute Abend im Mandelbachtaler Gemeinderat zum wiederholten Mal verbal in die Haare geraten. Der Grund: Keßler weigert sich, auf Anregung Hartmanns das Thema Verkehrsbelastung durch Maut prellende Schwerlaster auf die Tagesordnung zu nehmen.

 

Ormesheim/Ommersheim. Große Chancen rechnet sich Gerhard Hartmann (Foto: SZ), Fraktionschef der Freien Wähler, mit seinem Anliegen heute Abend im Gemeinderat Mandelbachtal (18 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses in Ormesheim) eigentlich nicht aus. "Mein Antrag wird von der CDU-Mehrheitsfraktion wohl abgebügelt", glaubt Hartmann im Vorfeld der Sitzung. Stellen wird er diesen Antrag trotzdem. Der FWG-Mann will eine Resolution einbringen, in der der Gemeinderat die zuständigen Stellen bei Land und Bund auffordert, der Maut-Prellerei vieler Lkw-Fahrer auf einigen Bundes- und Landstraßen in der Gemeinde durch Mautpflicht oder Durchfahr-Verbote Einhalt zu gebieten. Im Auge hat Hartmann mit seinem Antrag insbesondere die Landstraße 107 (Ortsdurchfahrt Ommersheim), die Bundesstraße 423 durch Bebelsheim, Wittersheim und Habkirchen sowie die L 105 durch Habkirchen. "Aus verlässlicher Quelle", so Hartmann in einer Pressemitteilung, "nutzen einige Speditionen aus dem Raum Saarbrücken und Blieskastel Ausweichrouten zwischen dem Autobahnanschlüssen Fechingen (A 6) und Einöd (A 8), um pro Weg Maut in lächerlicher Höhe von 1,92 Euro zu sparen." Lkw-Fahrer würden von ihren Unternehmen unter Androhung finanzieller Sanktionen zum Maut prellen angehalten. 

 

 

Das grundsätzliche Anliegen Hartmanns werden viele von Verkehrslärm geplagte Bürger in den betroffenen Ortsteilen Mandelbachtals nachvollziehen können. Dennoch wird es heute Abend im Gemeinderat wohl nicht beraten werden. Bürgermeister Herbert Keßler (CDU/Foto: bub) hat die Aufnahme des Hartmann-Antrages in die Tagesordnung abgelehnt. "Der Gemeinderat ist für dieses Problem nicht zuständig", meint Keßler. Diese Sicht der Dinge hat sich der Bürgermeister sogar Ende Mai von der Kommunalaufsicht im saarländischen Innenministerium schriftlich bestätigen lassen. 

Hartmanns Gegen-Argument, der Gemeinderat habe sich schließlich auch mit Fluglärm-Belastungen oder der landesweiten Grundschul-Reform zumindest in Form von Resolutionen auseinander gesetzt, lässt Keßler nicht gelten. "In Sachen Flughafen ist die Gemeinde Mandelbachtal als Anrainer sogar zwingend zu hören", so der Bürgermeister gegenüber unserer Zeitung.

Die tieferen Gründe für die Ablehnung des Hartmann-Antrages durch Keßler könnten schlicht in atmosphärischen Missstimmungen zwischen den beiden Kommunalpolitikern liegen. Das vermuten jedenfalls Eingeweihte. In der Sache wäre das Ansinnen der FWG durchaus mehrheitsfähig. "Ich hätte kein Problem, einer solchen Resolution inhaltlich zuzustimmen", sagt zum Beispiel Clemens Schindler (CDU). Schindler kämpft als Ortsvorsteher von Habkirchen schon seit langem gegen die zunehmende Verkehrsbelastung durch Lkw in seinem Dorf.